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Die Renaissance des Zentralrechners: Terminal Server statt Client-Server-Netzwerk
Eigentlich ist es wieder ein Schritt zurück in die Anfänge der Computerisierung von Unternehmen: Der Einsatz von Terminal Services gewinnt zunehmend neben dem Client-Server-Netzwerk, das auf relativ leistungsfähigen Arbeitsplatzrechnern basiert, an Bedeutung. Und diese Technik ist vergleichbar mit den früheren Zentralrechnern oder Host-Anwendungen, bei denen die Programme zentral auf einem Rechner ausgeführt werden und lediglich ASCII-Terminals für die Eingabe notwendig sind. Im folgenden Artikel beleuchten wir Vor- und Nachteile des Einsatzes von Terminal Servern.
Client-Anwendungen lokal auf einer zentralen Maschine
Die so genannten Terminal Server führen die Client-Anwendungen lokal auf einer oder mehreren zentralen Maschinen aus – im Gegensatz zum Client-Server-Netzwerk. Auf die Arbeitsplatzrechner werden nur noch die Bildschirminhalte der jeweilig remote auf dem Terminal Server ablaufenden Sitzung übertragen. Damit sind die Anforderungen an die Arbeitsplatzrechner bei Hard- und Software bedeutend geringer. Auch spielt die Betriebssystem-Plattform des Arbeitsplatzrechners keine Rolle, je nach Konfiguration kann sogar über einen Browser eine solche Terminal-Session genutzt werden.
Terminal Server bieten eine ganze Reihe von Vorteilen:
• Die Anwender behalten immer ihre Benutzeroberfläche, egal über welchen Weg sie sich auf dem Terminal Server anmelden. Durch den Einsatz von so genannten „Thin Clients“ und dem geringen Bedarf an Übertragungsbandbreite kann der Zugriff auch im Home Office über ISDN oder das Internet mit guter Performance erfolgen.
• Die Anwendungen sind zentral auf einem Terminal Server installierbar und administrierbar.
• Die Konfiguration einer solchen Arbeitsumgebung ist in der Regel durch entsprechende Beschränkungen für den Anwender nicht änderbar. Damit reduziert sich der Aufwand für Administration und Support, denn Einstellungen der Rechner können praktisch vom User nicht eigenmächtig verändert werden.
• Über zentrale Gruppenrichtlinien können zentral Sicherheitsrichtlinien und der Zugriff auf Programme gesteuert und beschnitten werden.
• Die Auslastung der Rechnerleistung auf dem Terminal Server ist ökonomischer. 95 Prozent der Arbeitsplatzrechner sind durchschnittlich „im Leerlauf“.
• Durch die Vervielfältigung solcher Terminal Server mit gleicher Konfiguration sinkt der Admin-Aufwand erheblich. Durch Steuerung der Anmeldungen und Verteilung auf unterschiedliche Terminal Server lässt sich eine Lastverteilung und eine bessere Verfügbarkeit erzielen.
• Auch in kleinen Organisationen werden die Bereitstellung von Applikationen erheblich vereinfacht und die Anforderungen an die Infrastruktur reduziert.
• Software Updates sind viel schneller und leichter für die Anwender zu verteilen, da dies zentral auf dem Terminal Server erfolgen kann.
• Der gesamte Wartungsaufwand lässt sich erheblich reduzieren. Allerdings müssen folgende Nachteile vor einer Entscheidung für eine Terminal ServerLösung berücksichtigt werden:
• Die Installation von Software wird erheblich aufwendiger. In der Regel muss mit einem Verteilungs-Tool für die Software gearbeitet werden, um die Installation korrekt für die Benutzer anzupassen. Dies erhöht den Aufwand.
• Nicht jede Software ist auf einem Terminal Server lauffähig. Es gibt heute immer noch eine ganze Reihe von Programmen, bei denen nicht trennscharf zwischen HKCU und HKLM bei der Programmierung differenziert wird. In einer Terminal Server-Umgebung dürfen Anwender-Einstellungen und Parameter nur konsequent unter Current User gespeichert werden. Microsoft selbst bildet hier (leider) keine Ausnahme!
• Beim Einsatz einer Terminal Server Farm müssen die Benutzerprofile zentral auf einem File Server zur Verfügung gestellt werden, da die Anmeldung nicht auf einen Terminal Server begrenzt sein soll.
• Ist der Zugriff von einem Terminal Server auf das Internet oder der Zugriff über das Internet auf den Server möglich, so können bei einem Angriff auf den Rechner der gesamte Terminal Server und damit alle Anwendungen gestört werden.
Citrix Metaframe oder Metaframe XP
Die Bereitstellung von Terminal Diensten auf Basis Windows 2000 oder Windows 2003 Server ist für kleine Umgebungen meist ausreichend, wenn geringere Ansprüche an die Differenzierung von Benutzerrechten gestellt werden. In größeren Organisationen und beim Einsatz von mehreren Terminal Servern mit Load Balancing ist die Nutzung von Citrix Metaframe oder Metaframe XP als Erweiterung nahezu unverzichtbar. Hier muss auch ein Software Verteilungstool wie Netinstall oder ähnliches installiert werden. Die Anforderungen an das Know-how der Administratoren für die Bereitstellung der Applikationen und für die Konfiguration des Servers steigen hiermit erheblich.
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