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Unified Messaging mit Exchange 2007

Mit Exchange 2007 hält als völlig neue Funktion Unified Messaging in die Rechnerzentren Einzug. Mit dem folgenden Report wollen wir differenziert beleuchten, was konkret mit der Rolle “Unified Messaging” möglich ist. Integriert ist künftig der Faxempfang über T.38, der Anrufbeantworter im Exchange Postfach und ein Voicezugriff. Entscheidender Vorteil des Voicezugriffs ist, dass man sich von Exchange unterwegs den nächsten Termin über das Telefon vorlesen lassen kann. Vor allem dann praktisch, wenn man nicht das Notebook auspacken möchte und keinen Pocket-PC hat.

Folgende Funktionen sind jedoch nicht Bestandteil der UM-Rolle:

Keine IP-Telefonanlage: Exchange 2007 UM enthält keinen Verzeichnisserver, der VoIP-Teilnehmer miteinander verbindet und Gatways als Übergang in das normale Telefonnetz zur Verfügung stellt. Hierfür werden weitere Server nötig wie z.B. der Office Communication Server, über den Telefoniefunktionen möglich sind.

Anlagenkopplung: Damit Exchange 2007 UM funktioniert, muss es eine Verbindung zum klassischen “Sprachnetz” haben. Exchange UM spricht dirket “VoIP over TCP” und kann also als Endstelle einer bestehenden VoIP-Anlage fungieren oder über ein entsprechendes Gateway auch an andere Anschlüsse (analog, ISDN, UPO) angebunden werden.

Voice Mail: Hier wird nicht das klassische Anrufbeantworter-Konzept verfolgt, bei dem das Telefongespräch auf den Anrufbeantworter umgeleitet wird. Man wählt im Voice Mail System den Empfänger aus, um ihm eine Nachricht zu hinterlassen.

Faxversand: Die UM-Rolle implementiert keinen Faxserver zum Versand von Faxen. Der Fax-Ausgang muss derzeit über eine andere Software implementiert werden.

SMS: Exchange UM beinhaltet kein SMS-Gateway. Es ist weiterhin eine Zusatzsoftware erforderlich.

Lizenzierung: Für die Nutzung der UM-Funktionen ist für jeden UM-Benutzer eine weitere Lizenz erforderlich. Die Standard Mailbox oder Outlook Lizenz beinhaltet keine UM-Funktionen.

Fazit: Microsoft UM ersetzt in der derzeitigen Version nicht den klassischen Fax- und Voice-Mail-Server. Hier wird architektonisch noch ein etwas anderer Ansatz verfolgt. Auch ist die Anschaltung über T.38 (Fax over IP) für Massenversender und lange Faxe nicht so zuverlässig wie bei klassischen intelligenten Fax-Karten. Wer einen reinen Faxserver benötigt, sollte ein Produkt auswählen, das entweder direkt einen Connector zu Exchange 2007 hat oder sich per SMTP an Exchange anbinden lässt. Die bisherigen Gateways und Anschaltungen auf Basis MAPI sind nicht mehr nutzbar.

Microsoft UM bietet aber interessante Aspekte durch die Integration der Microsoft Speech Server Technologien. Hierüber lassen sich eigene Voice Applikationen inclusive IVR-Funktionalitäten implementieren. Leider sind in der deutschen Version noch nicht die Möglichkeiten der Steuerung über Sprache implementiert, so wie sie in der englischen Version verfügbar sind. Mit Integration des OCS wandelt sich Microsoft zum UMS- und CTI-Anbieter auf Basis der VoIP Technologie.

Wie erfolgt dann die technische Umsetzung?

Exchange 2007 verhält sich wie ein “Voice over IP”-Endgerät. Es ist dafür nicht konzipiert, einfach in den Exchange Server eine spezielle Steckkarte mit ISDN-Anschluss oder ähnlichem einzubauen, sondern setzt ein VoIP Gateway voraus. Um die Funktionen von Exchange 2007 nutzen zu können, muss im jeweiligen Netzwerk zumindest eine rudimentäre VoIP-Infrastruktur vorhanden sein. Wer klassisch per S0 oder S2m angeschlossen ist, hat zwei Optionen: Zum einen die Anbindung an ein klassisches Telefonnetz über ein Gateway, zum anderen über eine VoIP-Telefonanlage. Denn hier ist ein VoIP-Gateway für die Verbindung zum klassischen Telefonnetz vorhanden. 

Quelle: www.msxfaq.de

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