Der Trend zur Virtualisierung von Applikationen macht auch vor den Unified Communications-Lösungen der datac Kommunikationssysteme keinen Halt. Damit können Server-Lösungen bereitgestellt werden, die auch im Falle eines Desasters in einem zweiten Brandabschnitt oder einem Ersatzrechenzentrum in kurzer Zeit neu gestartet werden können. Als Alternative zu Cluster-Lösungen setzen die Firmen hier immer öfter auf virtuelle Server-Lösungen in Verbindung mit zentralen ausfallsicheren Storage Systemen: Die komplette Maschine wird als virtuelles System auf dem SAN oder NAS abgelegt und von dort geladen, im SAN gespiegelt und gesichert. Fällt eine Hardware oder ein Rechenzentrum aus, kann das komplette Image der Maschine auf einer beliebigen Ersatzhardware gestartet werden.
Die Vorteile einer Virtualisierung liegen auf der Hand
- Einfaches Rollback im Rahmen des Patch-Managements durch Snapshot- Technologie
- Ökonomische Auslastung leistungsfähiger Rechner-Hardware durch mehrere virtuelle Maschinen
- Einfaches Recovery kompletter Installationen aus dem Backup im Falle eines auftretenden Fehlers
- Schnelle Verfügbarkeit bei einem Hardware-Ausfall
Bei Unified Communications-Lösungen muss für eine Virtualisierung die Anschaltung an die TK-Infrastruktur gelöst werden: Meist bestehen eine oder mehrere So oder S2m Verbindungen zwischen Rechner und TK-Anlage, die sich so einfach nicht virtualisieren lassen. Ein Lösungsweg ist beispielsweise der Ersatz der klassischen TK-Anbindung durch eine IP-basierende Anbindung auf Basis SIP oder H.323. Im Sprachbereich ist das eine empfehlenswerte Lösung, solange die TK-Infrastruktur dies unterstützt. Bei Firmen mit Fax-Anbindung kann eine Virtualisierung im IP-Netz nur durch den Einsatz des T.38 Protokolls und „Fax over IP“ erfolgen. Allerdings haben sich die T.38 Anbindungen im Massengeschäft als nicht so leistungsfähig und zuverlässig erwiesen, wie die klassische TDN-Anschaltung.
Bei einer ISDN-Anschaltung sind erheblich höhere Fax-Übertragungsraten mit geringerer Fehlerquote realisierbar. Konsequenz: Der IT-Manager muss sich entscheiden zwischen der Qualität bei der Übertragung und dem einfachen Management seiner Serverfarm. Hierfür gibt es unterschiedliche Lösungsansätze:
Einsatz einer reinen IP-Lösung
Alle Prozesse werden von der klassischen TDN-Anschalttechnik auf VoIP-Technik umgestellt. Zudem werden die ISDN-Schnittstellen durch SIP oder H.323 Gateway Lösungen ersetzt. Die Unified Communications-Lösung kann nun mit der TK-Anlage oder dem Gateway per IP kommunizieren. Allerdings muss bei einer Fax-Anbindung das Gateway das T.38 Protokoll zuverlässig unterstützen.
Vorteil: Eine komplette Virtualisierung ist möglich.
Nachteil: Fax über IP kann zu Leistungseinbußen führen.
Einsatz von „Kartenträger-Servern“
Hier wird die komplette Unified Communications-Lösung auf einer virtuellen Maschine implementiert. Die Prozesse, die über die ISDN-Karten mit der TK-Anlage kommunizieren, werden als verteilte Prozesse auf eine weitere Hardware ausgelagert, die nur diese ISDN-Prozesse bedient.
Nachteil: Neben dem virtuellen Server wird mindestens ein „Karten-Server“ benötigt. Besser sind in diesem Fall zwei Server in unterschiedlichen Rechenzentren, die im optimalen Fall auch noch an zwei TK-Knoten angebunden werden, um eine ausreichende Redundanz zu garantieren.
Vorteil: Das Fax-Protokoll kann mit maximaler Leistung und Zuverlässigkeit gefahren werden.
Nachteil: Erhöhter Hardware-Aufwand.
Migrationslösung
Steht eine umfangreich virtualisierte Umgebung noch nicht zur Verfügung, kann auch eine Lösung auf Basis von zwei identischen Systemen aufgesetzt werden. Auf jedem Unified Communications Server wird eine VMWare installiert, aber auch die lokalen ISDN-Karten werden an die TK-Anlage angebunden. Auf der VMWare wird eine komplett virtualisierte Unified Communications-Umgebung aufgesetzt, die als Kartenträger-Server gleichzeitig die lokale Maschine nutzt. Auf der lokalen Maschine werden die ISDN-Prozesse installiert, die von jeder der beiden virtuellen Maschinen genutzt werden können. Das Image der Virtuellen Maschine sollte als Kopie auf beiden Maschinen verfügbar sein.
Vorteil: Es können mit einer unabhängigen, „kleinen“ virtualisierten Lösung alle Vorteile des Snapshot Managements und des Desaster Recovery genutzt werden; ein weiterer „Karten-Server“ ist nicht notwendig. Zudem ist der Einsatz einer kostenfreien VMWare-Lösung gleichzeitig eine preiswerte Lösung. Beide Knoten können mit der ISDN-Hardware produktiv genutzt werden.
Nachteil: Wenn das Image nicht aus einem zentralen Storage System geladen werden kann, ist das Backup System nicht auf dem aktuellen Betriebsstand und somit immer veraltet. Auch ein periodisches Sichern des Master Images und Kopieren auf die Backup Maschine bringt immer noch ein Delta an Daten mit sich.
Fazit: Auch Unified Communications Lösungen lassen sich preiswert virtualisieren, beispielsweise auf Basis einer VMWare.
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